Warum ich ab morgen nicht mehr Kunde bei Talkline bin

von Graham Tappenden

Morgen ist irgendwie schon ein trauriger Tag für mich, denn ich werde die Handyrufnummer aufgeben, die ich schon seit 16 Jahren habe.

Es begann an einem Tag im Jahr 1997 als ich mich entschloss, der Welt der Mobiltelefone beizutreten.  Ich hatte bereits im Voraus mich informiert und mich für das Telefon „PT11“ von Nokia entschieden mit dem Tarif „E-Plus Partner Plus“ mit DM19,95 Grundgebühr im Monat.

Und so machte ich mich auf den Weg damals ins Main-Taunus-Zentrum und bin bei Karstadt fündig geworden.  Allerdings habe ich nicht direkt bei E-Plus meinen Vertrag abgeschlossen, sondern beim damaligen Karstadt Partner „Talkline“.  Das war auch gar nicht so einfach, denn mein Reisepaß reichte nicht aus, um den Vertrag abzuschließen.  Ich musste wieder nach Hause fahren und meine Meldebescheinigung holen.

Auf jeden Fall war ich als Wenigtelefonierer mit meinem Tarif zufrieden und habe immer bei Vertragsverlängerungen darauf bestanden ihn zu behalten, denn  ich hatte netzintern nach dem Wechsel zu Euro den (damaligen) günstigen Preis von 9ct pro SMS, was mir wichtiger war als günstige Gespräche.

Einmal habe ich sogar außerplanmäßig verlängert, denn am Anfang war ich mit meinem Handy auch zufrieden und habe den Vertrag einfach laufen lassen.  Als ich dann doch ein neues Nokia 6210 anschaffen wollte, war mein Vertrag schon über 4 Jahre alt und man bot an, ihn taggenau für 2 weitere Jahre verlängern zu lassen, um günstiger an das Telefon zu kommen.

Diese Verlängerung wurde mir später zum Verhängnis.

Als ich dann selbstständig wurde, waren mir die teuren Minutenpreise doch ein Dorn im Auge, und da ich von zu Hause aus arbeitete, waren mir die SMS-Preise dagegen nicht mehr so wichtig.  Ich habe dann mitten im Vertragsjahr eine Tarifwechselgebühr bezahlt, um in den Genuss des Tarifs „Talkline Free S“ zu kommen.  Ohne Grundgebühr und mit Anrufe für 3ct pro Minute ins deutsche Festnetz (aber 59ct pro Minute in andere Mobilfunknetze), ich stimmte einer Mindestnutzung von €19,80 pro Monat zu und rechnete, dass ich damit über 600 Minuten ins Festnetz telefonieren könnte.

Eigentlich wäre ich gerne zu BASE gewechselt, aber das hat Talkline damals nicht zugelassen.  Außerdem war ich vielleicht mit meiner Mindestnutzung über alle Netze besser dran als mit einer Flatrate nur für Festnetz und E-Plus.

Diesen Tarif habe ich noch bis heute und abgesehen von den Gesprächskosten zu anderen Mobilfunknetzen hätte ich ihn wahrscheinlich noch behalten, wäre es nicht zu einigen Änderungen bei Talkline in den letzten Jahren gekommen.

Weniger kritisch sind die Datenoptionen.  Irgendwann, ich glaube es war beim Wechsel zum Nokia 6230, hatte ich ein GPRS-Datenpaket abgeschlossen.  Ich dürfte 2,5MB für €2,50 im Monat verbrauchen, was ich mit meinem mobilen E-Mail-Client selten überschritten hatte, und auch mit dem Nokia E51 surfte ich anfangs kaum darüber.  Als ich dann doch lieber eine Datenflatrate wollte, hieß es diese würde auch eine Laufzeit von 2 Jahren haben, wobei dies nicht automatisch die gleichen 2 Jahre vom Vertrag seien.  Für mich macht das doch keinen Sinn.

Etwas kritischer sah ich es, als auf einmal den Rechnungsbeitrag sofort nach Rechnungsstellung von meinem Bankkonto abgebucht wurde.  Dabei soll dies zumindest in den Allgemeine Geschäftsbedingungen aus dem Jahr 1997 „nicht vor 5 Tage nach Rechnungsstellung“ geschehen.  Manchmal war das Geld schon abgebucht bevor die Rechnung überhaupt mit der Post angekommen war.

Aber am meisten ärgert man doch einen treuen langjährigen Kunde, wenn er ohne Grund von Rechnung auf Vorkasse umgestellt wird.  Und genau das ist dann nach meiner letzten Vertragsverlängerung effektiv passiert.  Der Mindestumsatz musste plötzlich im Voraus bezahlt werden und wurde später mit den tatsächlichen Verbrauch verrechnet, anstatt beim Abrechnen des Verbrauchs den Mindestumsatz zu berücksichtigen.

Als ich mich dagegen beschwerte, wurde mir von einem Talkline Mitarbeiter gesagt der „Mindestumsatz ist wie eine Grundgebühr“.  Da passte der Werbespruch „Nie wieder Grundgebühr“ auf einmal doch nicht mehr.

Ich beschwerte mich bei Talkline und bekam die aktuelle AGBs zugeschickt.  Ich legte Widerruf ein gegen die neue AGBs, der abgelehnt wurde.  Am Telefon erklärte man mir, es wäre keine AGB Änderung, sondern nur „eine technische Umstellung des Rechnungswesens“.  Dass die neue AGBs hier anders lauten als in meiner alten Fassung hat niemand interessiert.

Also habe ich den Vertrag gekündigt, und zwar „taggenau“, so wie meine Verlängerung aus dem Jahr 2001.  Das wäre dann am 15. Juni 2013 gewesen, aber Talkline hat dies nicht akzeptiert.  Sie bestanden darauf, dass mein Vertrag bis zum 30. Juni 2013 laufen würde.

Ich habe angerufen, sogar mehrfach.  Und jedes Mal konnte die Kundenbetreuung am Telefon den Verlauf meines Vertrags nachvollziehen und mir den 15. Juni bestätigen.  Und jedes Mal wurde mir einen Rückruf von der Fachabteilung versprochen.  Aber anstatt anzurufen wurde jedes Mal ein Brief verschickt, der mir nach „Prüfung“ den Termin am 30. Juni bestätigte.

Jetzt ging es um knapp unter €10, und die Telefonate waren auch nicht kostenlos und dauerten auch ihre Zeit, aber es ging mir jetzt ums Prinzip.  Nach dem dritten Brief habe ich zufällig eine Mitarbeiterin am Telefon erwischt, mit der ich bereits gesprochen hatte.  Sie hatte mir auch versprochen, dass man mich anrufen würde und keinen neuen Brief schicken.  Da das nicht geklappt hat, versprach sie, sich selbst um die Angelegenheit mit ihren Vorgesetzten zu kümmern und am nächsten Tag um 17 Uhr anzurufen.

Genau gesagt hat sie um 16.45Uhr angerufen und hatte auch eine Erklärung für das Problem.  Bei der Fusion von Talkline mit einem anderen Unternehmen, hat bei der Übernahme meiner Daten nur den Monat und das Jahr übernommen und das Vertragsende somit auf das Monatsende gesetzt.  Dies könnte man direkt nicht mehr ändern, aber sie wäre bereit das Vertragsende auf Mai 2013 zu setzen.  Somit würde mein Vertrag 2 Wochen früher als geplant enden.

Das Angebot habe ich angenommen.

Die SIM-Karten vor dem Versand zurück an Talkline

Morgen, am 1. Juni, werde ich meine 3 SIM-Karten zurückschicken.  Ich habe 3 Stück da ich Anfangs noch eine alte 5V-Karte hatte, der für den Nokia 6230 durch eine 3V-Karte ersetzt wurde.  Später war diese defekt und musste nochmal ersetzt werden.  Bei Talkline damals meinte man, ich müsste nur die aktuelle zurückschicken, aber ich will kein Risiko eingehen.  Denn laut den AGBs bleiben die SIM-Karten Eigentum von Talkline und es muss ein „Pfand“ bezahlt werden, wenn man sie nicht zurückschickt.

Und falls Sie sich fragen, bei wem ich meinen neuen Vertrag haben, die Antwort lautet: Fonic.  Ich hätte auch meine Rufnummer behalten können, aber dafür hätte ich wieder eine Gebühr an Talkline zahlen müssen und das wollte ich dann doch nicht machen.

Kommentare

  1. Geht mir ebenso aber mit 4 Handys. Die Kündigungen mit Rü-Antw. geht nun schon 5 Monate.

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