Neue Provider haben Zeit

Haben Sie sich schon einmal gefragt was passiert, wenn jemanden einen neuen DSL-Vertrag abschließt, obwohl einen anderen Vertrag bereits läuft?

Auf einigen Vertragsunterlagen bevollmächtigen Sie den neuen Provider, den alten Vertrag zu kündigen.  Das hört sich vielleicht gut an, denn Sie müssen sich nicht darum kümmern.  Anderseits haben Sie nicht unbedingt die Kontrolle über die Situation danach.

Wecker und Maus - ©iStockphoto.com/CaptainflashDenn was passiert wohl, wenn der alte Provider die Kündigung nicht annimmt, zum Beispiel wenn Sie eine Mindestvertragslaufzeit noch laufen haben?

Was jetzt passiert kommt auf den neuen Provider an.  Einige machen es sehr kundenfreundlich und schreiben dem potentiellen Kunden zurück, dass die Umstellung leider nicht möglich sei.

Andere dagegen warten einfach.  Und sie können lange warten.  Sie kündigen den alten Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt, warten bis dahin, um selbst die Leitung zu übernehmen.

Dabei kann die Wartezeit durchaus 12 Monate dauern!

Und was machen sie so lange?  Sie liefern eine SIM-Karte für eine Handy-Flat, oder vielleicht ein UMTS-Stick damit Sie noch schneller zu deren Diensten wechseln können.

Damit haben sie einen Teil des Vertrags erfüllt, und wollen wahrscheinlich nichts von einem Rücktritt wissen.

Haben Sie die Kündigung bevollmächtigt und sie haben es ausgeführt, dann waren sie sogar in Ihrem Auftrag tätig und haben noch mehr Grund dazu, einen Vertragsrücktritt zu verweigern.

Und wenn Sie den Vertrag auf einem Privatgelände unterzeichnet, zum Beispiel beim Besuch im Supermarkt, dann haben Sie in der Regel noch schlechtere Chancen.

Dann heißt es auch für Sie: abwarten, wechseln, und notfalls gleich kündigen um 2 Jahre später zurück zu wechseln.

Unsere Tipps gegen Ärger mit dem DSL Provider:

  • schließen Sie keine Verträge spontan ab
  • wechseln Sie nicht unüberlegt Ihren Provider
  • gehen Sie auf den neuen Provider zu, wenn Sie wechseln wollen – und nicht umgekehrt
  • fragen Sie beim aktuellen Provider nach, wie lange die Vertragslaufzeit noch beträgt
  • glauben Sie nicht immer, dass Ihre Leitung plötzlich durch den Wechsel schneller wird
  • fragen Sie Freunde nach deren Erfahrung beim Wechsel und grundsätzlich mit dem neuen Provider
  • lassen Sie sich von jemand unabhängigem professionell beraten

Übrigens: es geht auch noch schlimmer.  Haben Sie einen Telefontarif von T-Home (ohne DSL) mit Mindestvertragslaufzeit und unterschreiben beim anderen Provider einen neuen Vertrag für ein Komplettpaket (Telefon und DSL), dann ist alles noch komplizierter.  Nur über viele Zwischenschritte und mit Verhandlungstaktik ist es dann möglich, DSL in der Restlaufzeit zu bekommen.

Warum wird T-Entertain so gerne verkauft?

von Graham Tappenden

Ich erlebe im Moment immer wieder ein Problem, mit dem Kunden der Deutschen Telekom zu kämpfen haben: Sie bekommen einen T-Entertain Tarif vermittelt.

Was ist T-Entertain?  Nun, das ist die Möglichkeit Fernsehen über das Internet zu schauen.  Zur Zeit werden ca. 70 Sender angeboten sowie Filme und viele Fernseh-Highlights im Archiv.

Ein Tarif wie „Entertain Comfort“ beinhaltet eine DSL-Flatrate, Telefon-Flatrate und Zugang zu diesen Sendern und Archiven – auch wenn für manche Filme und Serien eine zusätzliche Gebühr verlangt wird.  Außerdem wird mit einem Digitalen Videorekorder und zeit versetztem Fernsehen geworben.

Nur hat die Sache für mich zwei Haken.

Erstens, man benötigt einen kostenpflichtigen Receiver um diese Dienste am normalen Fernseher zu benutzen.  Das wird nach meiner Erfahrung oft in Beratungsgesprächen nicht erwähnt, was dazu führt, dass der Kunde entweder über die Kosten nicht informiert ist oder gar keinen Receiver bestellt wird.

Außerdem ist der Telefonanschluss oft nicht in der Nähe vom Fernseher, so dass ein einfaches Anschließen nicht möglich ist.

Zweitens, der Tarif wird manchmal angeboten mit der Begründung, man bekäme einen schnelleren Anschluss.  Immerhin wird im Paket „Entertain Comfort“ mit einem 16MBit-DSL-Anschluss geworben.

Dabei bekommen längst nicht einmal alle Bewohner einer Stadt wie Bad Homburg oder Oberursel eine 6MBit-Leitung (sie bekommen zwar den passenden Tarif, aber mit einer langsameren Leitung).  Warum verkauft man diesen Kunden dann einen Tarif, den sie gar nicht nutzen können?

Ich sage es ungern, aber ein Berater der auf Provisionsbasis arbeitet bekommt letztendlich ca. zweimal so viel für die Vermittlung eines Entertain Comfort Tarifs als für Call&Surf Comfort.  Außerdem haben viele Kunden bereits den Tarif Call&Surf Comfort – für eine einfache Verlängerung ist die Provision noch weniger (Stand: April 2010).

Meiner Meinung nach gehört es aber zum Beratungsgespräch, den Kunden zu beraten und auf seine Wünsche einzugehen.  Eine Provision ist schön, aber eine zufriedener Kunde ist schöner!

Will der Kunde mehr Leistung, dann ist für mich der Tarif „Call&Surf Comfort Plus“ interessant, denn hier sind die Gespräche vom Festnetz zum Handy günstiger und es gibt interessante Zusatzleistungen wie die Hotspot-Flat.

Will der Kunde einen günstigeren Tarif, kann man schauen ob eine Vertragsverlängerung zu aktuellen Konditionen möglich ist.

Aber auf keinen Fall vermittele ich einen Tarif mit etwas neuem wie Fernsehen über Internet, ohne dass der Kunde dies haben will – erst recht nicht ohne dem Kunden zu sagen, dass es im Paket drin ist!

Mein Tipp: prüfen Sie lieber selbst, welche Möglichkeiten an Ihrem Anschluss verfügbar sind, bevor Sie sich beraten lassen.  Dazu empfehle ich zwei Links:

Vielleicht erscheint dann auch bei Ihnen die Meldung „Leider können Sie momentan an Ihrem Anschluss noch kein Entertain empfangen“ – und Sie wissen dann Bescheid!

Zugangsdaten gehören in den Tresor

Heute gibt es von uns einen Spartipp: passen Sie gut auf Ihre DSL-Zugangsdaten auf, das kann Ihnen wirklich Geld sparen!

Das hört sich doch so einfach an, vielleicht sogar offensichtlich, und dennoch machen es viele nicht.

Tresor mit UnterlagenÜber was reden wir hier?  Nun, wenn Sie das erste Mal bei einem Provider – sei es T-Home, Vodafone, oder sonst einen der vielen DSL-Provider in Deutschland – sich anmelden, bekommen Sie die Zugangsdaten in der Regel per Post zugeschickt.

Bei T-Home ist das normalerweise im „Willkommenspaket“ mit einer CD und sieht aus wie ein PIN-Brief von der Bank.  Bei 1&1 ist es ein Schreiben auf einem A4-Briefbogen.

Diese Daten werden benötigt um den DSL-Router einzurichten.  Das Problem ist, dass man in der Regel dies nur einmal macht und die Daten danach oft nicht mehr benötigt.

Nun sollten Sie diese Daten gut aufheben – am Besten in einem Ordner mit dem gesamten Schriftverkehr zum DSL-Anschluss.  Denn irgendwann kommt der Tag, wenn der Router doch nicht funktioniert oder Sie im Online-Kundencenter etwas ändern möchten, und genau dann werden sie wieder gebraucht.

Wenn Sie einen EDV-Berater bestellt haben, kann es jetzt teuer werden, denn er oder sie muss warten während Sie die Zugangsdaten suchen und – sollten Sie nicht erfolgreich sein – ggf. nochmal zu Ihnen kommen für einen zweiten Termin.

Natürlich können Sie die Daten beim Provider zurücksetzen lassen, aber auch das kostet Zeit und kann unter Umständen bedeuten, dass Sie einige Tage ohne Internetzugang sind – je nach dem wann die alten Daten ungültig werden.

Um solche Probleme und Kosten zu vermeiden, sollten Sie die Daten an einem sicheren Ort aufbewahren.  Das ist außerdem sinnvoll, um Missbrauch der Daten durch Fremde zu verhindern.

Übrigens: nicht jeder DSL-Anbieter hat solche Zugangsdaten, sollten Sie unsicher sein, ob Sie nun auf die Suche gehen sollten, fragen Sie uns lieber im Forum.

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